Wann ist ein Berg ein Berg? 🗻

Liebe Freund:innen von neyo.,

The Kathmandu Post ist eine seit 1993 erscheinende, unabhängige, englischsprachige Tageszeitung, die wir online lesen, um auf dem Laufenden zu sein. Letzte Woche gab es interessante und für uns überraschende Neuigkeiten, die auch Hoffnung für die Entwicklung in Nepal machen.

„There are six more 8,000m peaks in Nepal, experts say“

Man nennt den Himalaya auch den dritten Pol der Erde. Alle 8.000er liegen dort. Einer in China, fünf in Pakistan und acht in Nepal. Ja, das könnte jetzt korrigiert werden müssen. Ein Team aus Bergsteigern und Geographen in Nepal hat festgestellt, dass es sechs weitere 8.000er in Nepal gibt, die die Bedingungen für einen eigenständigen Berg erfüllen – d.h. am Pass mindestens 500 m Abstand zum nächsten Berg, ein separater Aufstieg und als „weiches Merkmal“ die eindeutige Wahrnehmung als ein eigenständiger Berg. 

Einer dieser zusätzlichen 8000er ist der Kanchanjunga West, der 8077 m hoch ist  und – jetzt die Sensation – bis heute offiziell unbestiegen. 

Es laufen bereits seit 2013 Anträge um die Anerkennung dieser zusätzlichen 8000er Gipfel, die durch die sich überschlagenenden Ereignisse der letzten Jahre aber etwas ins Hintertreffen geraten sind. Klar, gibt es wegen des Bergsteigens im Himalaya auch viele Kritikpunkte. Vieles davon ließe sich mit Geld lösen. 

Für mich ist es jedenfalls unvorstellbar, dass ein an den höchsten Bergen der Welt so reiches Land trotzdem dauerhaft so furchtbar arm sein soll. Obwohl die Menschen „aus den Ländern des globalen Norden“ hier so gerne die Natur suchen, gerne Wandern und die Spiritualität des Landes, der Religion und der Menschen in sich aufsaugen. Ich komme zu dem Schluss, dass sich Nepal einfach besser verkaufen muss und dann auch das Geld hätte, die Natur der Berge zu schonen, Sherpas und Träger angemessen zu entlohnen und nicht zuletzt, den Müll der Gipfelstürmer zu entsorgen. 

Ein Vergleich, der ganz klar hinkt – der aber so extrem ist, das er doch viel über Werte aussagt: Die nepalesische Regierung hat letztes Jahr 4,51 Mio. € über die Vergabe von Permits für Naturschutzgebiete und Bergbesteigungen eingenommen. (Zu Info: das Permit für die Besteigung des Mount Everest kostet 11.000$ – viele Naturschutzgebiete sind mit etwa 60$ natürlich deutlich günstiger). Jetzt kommt‘s: die vier Tickets für einen Flug ins Weltall, die letztes Jahr von SpaceX verkauft wurden, kosteten pro Stück 50Mio.$  – mehr als 10mal so viel wie alle Permits in Nepal zusammen. Auch wenn keiner, der sich mal eben bequem ins All schiessen lässt, auf einmal viel Geld dafür ausgeben wird, dass er sich einen Berg hochquält… irgendwie sehe ich für Nepal das Potenzial, dass die zusätzlichen 8000er clever vermarktet werden könnten. Wir denken gerade tatsächlich darüber nach, wie wir dabei mit unseren Kontakten, unserer Erfahrung und unserem Know-how unterstützen könnten. 

Bei allen schlechten Nachrichten, die die Welt uns aktuell bietet – die Sache mit den zusätzlichen 8000ern hat unsere Herzen hüpfen lassen. 

🗻🗻🗻🗻🗻🗻 💓 

Eure vielleicht auch – mit herzlichen Grüßen aus dem Atelier von 

eurer Ineke

PS: Kollektion für Frühjahr ist unterwegs zu uns – wir halten euch auf dem Laufenden. 

PPS: Falls ihr noch nicht in Nepal ward: die Reise dorthin lohnt sich auf vielen Ebenen – anbei ein paar meiner Lieblingsbilder (wirklich nur ein paar…es sind so viele!). Vielleicht lasst ihr euch ja verführen…Nepal würde sich freuen! 

N A M A S T E

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