Licht im Dunklen.

Liebe Freundinnen und Freunde von neyo., liebe Menschen,

ein neues Jahr hat begonnen – Ich weiß nicht, ob wir tatsächlich vor größeren Herausforderungen stehen als frühere Generationen. Aber für mich fühlt es sich so an. Mir ist im letzten Jahr immer klarer geworden, wie sehr wir uns auf das Naheliegende zurückgezogen haben – auf Familie, Freunde, Kollegen, den Verein, die Nachbarn. Das ist verständlich. Und doch habe ich den Eindruck, dass uns dabei der Kontakt zu etwas Größerem verloren gegangen ist, das uns in der Vergangenheit viel Halt gegeben hat und Sicherheit. Eine gute Freundin nannte es mal „die Kontakte auf mittlere Distanz“.

Ich schätze die Digitalisierung. Sie hat Wissen, Bildung und Kommunikation demokratisiert wie nichts zuvor (ich denke dabei besonders an die Menschen in Nepal, die alle ein Smartphone haben, oder fast alle, und jetzt Zugang zu weltweitem Wissen haben. Das ist unglaublich. Aber hat irgend jemand damit gerechnet, dass die Menschen dadurch auch kritischer werden, unzufriedener? – Es ging alles, alles sehr schnell und zu schnell, um Lösungen vorzubereiten).

Aber ich habe auch bemerkt, dass die Digitalisierung viele kleine Begegnungen „auf mittlerer Distanz“ ersetzt hat, ohne dass ich es bewusst entschieden hätte. Mit den Kindern zum Briefkasten gehen anstatt eine Mail zu versenden, mich in der Apotheke beraten zu lassen anstatt einfach nur die Bestellung abzuholen, nach dem Weg zu fragen statt dem Navi zu folgen, ein Ticket beim Busfahrer zu kaufen anstatt nur das Handy an irgendein Gerät zu halten. Ja, auch ich gucke im Wartezimmer auf mein Telefon, anstatt übers Wetter zu reden, aber irgendwie schleicht sich auch der Gedanke ein, dass das so schrecklich gar nicht war.

Diese Momente waren keine großen Gesten, nichts, von dem man berichtet hätte  – aber sie haben Verbindung geschaffen. Brauchen wir das doch ein bisschen mehr, als wir es jetzt haben? Letztens hab ich einen Bericht auf ARTE gesehen, in dem es darum ging, dass evolutionär betrachtet, der Mensch, der in funktionierenden Gesellschaften lebt, eine größere Chance hat zu überleben als der Einzelgänger. Der Gedanke hat bei mir etwas angestoßen: Vielleicht ist weniger Ego und ein bisschen mehr „Wir“ nicht nur moralisch schön, sondern praktisch sinnvoll?!

Bertolt Brecht in seiner Dreigroschen-Oper schrieb von den „Menschen im Dunkeln“. Die Oper lief letztens in Maastricht. Die Schlussmoritat seht ihr weiter unten und sie hallt nach. Nicht als Aufforderung zur Schwere oder zum schlechten Gewissen, sondern als Einladung zum Hinsehen. Zu bemerken, wo jemand übersehen wird. Und – wenn es passt – etwas zu tun. Manchmal ist das nicht mehr als Aufmerksamkeit. Oder Zeit. Oder ein kurzer Moment echter Nähe. Ich habe den Eindruck, dass zunehmend mehr Menschen im Dunklen stehen. 

Für mich ist daraus ein leiser Entschluss entstanden: im kommenden Jahr bewusster auf Verbindung zu achten. Auch dort, wo sie nicht selbstverständlich ist. Nicht aus Pflichtgefühl. Sondern weil ich das Gefühl habe, dass unsere Gesellschaft genau davon ein wenig mehr gebrauchen könnte.

Vielleicht geht es Dir ähnlich. Vielleicht auch nicht. In jedem Fall wollte ich diesen Gedanken teilen – als freundlichen Impuls, nicht als Anspruch.

Ich wünsche Dir ein neues Jahr mit Offenheit, Zuversicht und vielen kleinen Begegnungen „auf mittlere Distanz“.

Herzlichst 

PS: Der Januar ist da und Januar heißt : Aufräumen. Wir haben hier und da reduziert und es lohnt sich online vorbeizuschauen. Wir haben uns für 2026 und die Zukunft vorgenommen, noch fokussierter, noch klarer, und noch mehr nach dem Grundsatz „weniger ist mehr“ unser Sortiment zu gestalten. Lieber weniger und dafür besser! Das hat natürlich gerade jetzt zur Folge, dass wir uns von einigen Teilen verabschieden. Ihr findet sie im SALE oder in THE LAST ONE OF A KIND. Die Nutzung des Größenfilters empfehlen wir in jedem Fall. Und nur der Vollständigkeit halber: meine liebe Kollegin Lai ❤️ schickt alles am Dienstag raus.

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